KSÖ-Sicherheitsgipfel 2022 – Wie lange dauert die Krise noch?

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Mitglieder der Bundesregierung beleuchteten gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Forschung, Medien und Verwaltung  wie lange der Krisenzustand noch andauert oder ob wir uns daran gewöhnen müssen, in Krisenlagen zu leben.

Wie schon in den vergangenen Jahren fand auch heuer wieder ein Sicherheitsgipfel des Kompetenzzentrums Sicheres Österreich (KSÖ) statt. Das KSÖ freute sich, beim Sicherheitsgipfel ca. 250 Mitglieder der österreichischen Sicherheitscommunity im Großen Festsaal im Haus der Industrie und online begrüßen zu dürfen „Sicherheit geht uns alle an,“ so KSÖ-Präsident Hameseder, „in Zeiten der Krisen ist die gesamte Gesellschaft gefordert. Staat und Wirtschaft müssen gemeinsam koordiniert vorgehen, um die Herausforderungen zu bewältigen.“

Unter den Gästen fanden sich auch zwei Bundesminister, die in Keynotes ihre Sicht auf das Thema Krisenbewältigung und Resilienz darlegten. „Wir müssen den Ausnahmezustand ‚Krise‘ wieder verlassen; ein Leben im Krisenmodus erschöpft auf Dauer und kann daher nicht nachhaltig sein,“ plädierte Innenminister Karner für eine Rückkehr zur Normalität. „Dazu ist es mittelfristig – zum besseren Umgang mit zukünftigen Krisen – notwendig, dass der Staat eine umfassende Krisenfrüherkennung betreibt und seine Planungen entsprechend anpasst. Reserven müssen rechtzeitig geschaffen werden und die Regel-Strukturen gestärkt werden, damit wir erst gar nicht in den Krisenmodus schlittern.“ Gegenüber dieser systemischen Perspektive betonte Verteidigungsministerin Tanner die Rolle des Bundesheeres als Rückgrat der Krisenbewältigung in Österreich: „Dem österreichischen Bundesheer wird immer mehr die Rolle zuteil, dass es in Krisen als ‚Reserve der Republik‘ über den Assistenzeinsatz mobilisiert wird. Ich freue mich daher besonders, dass die neue Erhöhung des Heeresbudgets auch dazu beiträgt, die Kapazitäten Österreichs zu stärken, mit schwierigen Lagen umgehen zu können.“

Im Rahmen von zwei Podiumsdiskussionen wurden die Vielfältigkeit der Krisen bzw. was die nächsten Krisen sein könnten, interdisziplinär erörtert. Dabei wurden Perspektiven der Resilienztheorie und Einschätzungen aus der Praxis – insbesondere aus der Wirtschaftspolitik und der Energiewirtschaft – gegenübergestellt. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, welche Schutzverantwortung der Staat gegenüber der Gesellschaft in Krisensituationen überhaupt hat. Claudia Plakolm, Staatssekretärin für Jugend und Zivildienst, schließt mit einer gemischten Bilanz: einerseits werde die Jugend von Krisen stark belastet, andererseits zeigt sie sich optimistisch, dass die junge Generation eigene Mechanismen entwickelt, um mit Krisen umzugehen.

Das KSÖ legte für den Sicherheitsgipfel auch seine Matrix an Unternehmerischen Umfeldrisiken aktualisiert auf. Nach wie vor finden sich Cyber-Angriffe und der Fachkräftemangel ganz oben auf der Risiko-Liste. Neu hinzugekommen sind unter den Top 5 geopolitisch bedingte Risiken: Energiemangel, technologische Abhängigkeit vom Ausland und unsichere Versorgungslage an Ressourcen und einfachen Vorprodukten wurden in den letzten Jahren äußerst relevant für die österreichischen Unternehmen und deren Risikobetrachtung.

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